ZWEI GRIMME-PREISE FÜR 'DIE ANWÄLTE'
Wir freuen uns sehr, dass unser Dokumentarfilm „Die Anwälte – Eine deutsche Geschichte“ mit zwei Grimme-Preisen ausgezeichnet wird. Die Preise gehen an Birgit Schulz (Buch + Regie) und Katharina Schmidt (Schnitt).
In der Begründung der Jury heißt es:
"Der Film überzeugt durch seine formale Entschiedenheit, seinen exzellenten Schnitt und eine ruhige, seinem Gegenstand vertrauende Dramaturgie. Aus einer Fülle an dokumentarischem Material wählen die Autoren sehr aussagekräftige Beispiele aus, etwa ein Rededuell Schilys vor dem Gericht in Stammheim. So entfaltet sich in wenigen Minuten ein beeindruckendes Panorama der Geschichte der Bundesrepublik. So entsteht auf hervorragende Weise Aufklärung über die jüngere deutsche Geschichte, werden Brüche und Widersprüche der Apo-Bewegung wie in einem Brennglas gezeigt, ohne ein Urteil über sie zu fällen. Es ist beeindruckend, wie es Regisseurin Birgit Schulz gelingt, die Aufgeregtheit dieser Zeit aufzunehmen, ohne dabei je die analytische Distanz zu verlieren. Umso mehr, als der Film auf seine drei Protagonisten als Erzähler vertraut.
Der Film kommt den Porträtierten sehr nahe, schafft ein eigentlich unmögliches Gespräch, nämlich das zwischen allen dreien. Der Film visualisiert dieses Trilemma auf sehr subtile Weise, in dem er am Ende einen Tisch mit drei leeren Stühlen in den Gerichtssaal stellt, in dem Mahler interviewt wurde. Da der Film dieses unmögliche Gespräch gewissermaßen virtuell zustande bringt, gewährt er aufregende Einsichten. Stets lässt Birgit Schulz dabei die Frage offen, welchem der drei Protagonisten die Zuschauer am meisten vertrauen sollen. Es bleibt breiter Raum, sich selbst eine Meinung zu bilden und eine eigene Haltung zu den drei Protagonisten zu finden. Auch in der Darstellung des mittlerweile Rechtsextremen Mahler verlässt sich der Film wohltuenderweise auf seine Zuschauer.
Dem Film gelingt es zu zeigen, wie die Biografien einzelner und wie die Geschichte zusammenspielen. Wie Menschen Geschichte machen, und wie Geschichte sie verändert."
An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei allen bedanken, die mit ihrer kreativen Leistung zum Gelingen dieses Filmes beigetragen haben:
Dramaturgische Beratung: Heiner Stadler
Kamera: Isabelle Casez, Axel Schneppat
Ton: Pascal Capitolin
Schnitt: Katharina Schmidt, Babette Rosenbaum
Musik: Pluramon
Produzentin: Sabine de Mardt
Produktionsleitung: Monika Mack
Postproduktion: Jörg Kobel
Redaktion: Christiane Hinz (WDR), Andrea Ernst (WDR/ARTE), Silvia Gutman (NDR),
Jens Stubenrauch (RBB)
Ihr alle wart ein großartiges Team!
Unser besonderer Dank gilt unseren drei Protagonisten Otto Schily, Hans-Christian Ströbele und Horst Mahler, weil sie ihr Vertrauen in dieses Filmprojekt investiert haben.
Außerdem möchten wir uns ganz herzlich bei der federführenden Sendeanstalt, dem Westdeutschen Rundfunk, sowie unseren Co-Partnern WDR/ARTE, RBB und NDR und der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen, der FFA und dem DFFF für die große Unterstützung bedanken.
Siehe auch:
Filmseite
WDR/dok - Preise und Auszeichnungen

